Es war so ein schönes, rundes Konzert für uns alle. Wenn Claudia anfängt zu singen, berührt es mich tief und ich denke wow, so zart, soo schön, göttlich. Gänsehaut und Tränen der Berührtheit.
Tanja, Bremen
Ich bin total hingerissen von diesen so erfüllenden 90 Minuten. Die Vertonungen von Regina sind einfach nur wundervoll. Dazu die engelsgleiche Stimme von Claudia, die einen dahinschmelzen lässt.
Kati, Schwanewede
Auch wenn wir etwas später gekommen sind - es war wundervoll, Ihnen zuzuhören und Ihren Worten und Klängen zu lauschen.
Ich mag diese Art von Veranstaltung sehr. Ich würde Sie sehr gerne buchen, wenn Sie in der Nähe sind und die Idee mit der Vertonung
finde ich sehr wertvoll. Alles alles Beste.
Christel, Coburg
Zwischen Melancholie und Leichtigkeit – Konzert im Café Arte mit Vertonungen von Gedichten von Mascha Kaléko
Havixbeck Es war einer dieser Sonntagmorgen, an denen die Zeit anders tickt. Schnell füllte sich das Café Arte bis auf den letzten Platz. Es sollte kein gewöhnliches Konzert stattfinden, sondern eine poetisch-musikalische Begegnung, die Herz und Verstand gleichermaßen ansprechen würde. Eingeladen hatte das „duo lyrisch"– Regina Maria Wittkopf und Claudia Catharina Rothaupt –, das sich ganz der Vertonung von Werken der Dichterin Mascha Kaléko gewidmet hat, es in neuen Klangfarben erstrahlen ließ. Die beiden Künstlerinnen haben nicht einfach nur Gedichte vertont, sie haben sie zum Atmen gebracht. Regina Maria Wittkopf, am Klavier und gesanglich präsent, ließ Töne entstehen, die wie fein gewobene Fäden zwischen den Worten Kalékos gespannt wurden. Claudia Catharina Rothaupts Stimme wiederum schwebte darüber, mal sanft wie eine Erinnerung, mal klar und direkt wie ein Gespräch. Zusammen ergab sich ein Dialog über die Zeiten hinweg – die Poetin aus dem Berlin der Zwanzigerjahre im Zwiegespräch mit zwei Musikerinnen aus dem Hier und Heute. Kalékos Lyrik – heiter, spöttisch, melancholisch und zugleich von berührender Klarheit – fand in diesen Vertonungen eine neue Heimat. So etwa in „Was die Rose im Winter tut", das Rothaupt mit einer fast fragilen Zartheit sang. „Mit duftenden Veilchen" hingegen bekam einen volksliedhaften Charakter, der die poetische Leichtigkeit der Vorlage in Musik verwandelte. Von der ironisch funkelnden „Kantate für Drehorgel" bis zu dem schmerzhaft schönen „Memento" reichte der Bogen. Immer waren es die feinen Zwischentöne, die den Zauber ausmachten. Die beiden Künstlerinnen legten Wert darauf, dass die Texte nicht im Klang untergingen, sondern im Gegenteil durch die Musik noch stärker hervortraten. Zwischen den Liedern erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer biografische Hintergründe. Mascha Kaléko, 1907 geboren, aufgewachsen im Berliner Scheunenviertel, bekannt geworden mit ihrem „Lyrischen Stenogrammheft", vertrieben vom NS-Regime, emigriert nach New York, später nach Jerusalem – ihr Leben war von Brüchen geprägt, aber auch von einer ungebrochenen poetischen Kraft. Es war, als setzte das Duo die Texte vorsichtig auf eine neue Bühne, auf der sie tanzen, seufzen, lachen durften. Besonders bewegend: „Vor meinem Tod ist mir nicht bang". Ein Gedicht, das in seiner lakonischen Klarheit fast nüchtern wirkt, bekam durch die behutsame Vertonung eine schwebende Melancholie, die die Zuhörenden tief berührte. Dass dieser Sonntagvormittag kein „schwerer" Literaturabend wurde, lag auch an der Ausstrahlung der beiden Musikerinnen. Hier wurde nichts aufgesetzt, nichts bemüht. Alles war getragen von echter Begeisterung und Respekt für die literarische Vorlage. Wittkopfs Kompositionen waren dabei mehr als bloße Vertonungen. Sie waren musikalische Spiegelungen, kleine Miniaturen, die die Essenz der Gedichte erfassten. Mal angelehnt an das Kunstlied, mal im Duktus eines Chansons, manchmal sogar mit Anklängen an Volksliedtraditionen – stets aber geprägt von einem feinen Gespür für Wort und Klang. Rothaupt wiederum zeigte, warum ihre Stimme als berührend gilt. Schlank, klar und von einer Innigkeit, die jede Phrase mit Bedeutung füllte. Sie interpretierte nicht nur, sie lebte die Texte. In ihrem Gesang verschmolzen die Worte mit den Melodien zu einem Erlebnis. Zwischen den Liedern rezitierte Wittkopf einige Gedichte Kalékos im Original – etwa das berühmte „Grundlos vergnügt". Damit wurde deutlich, wie sehr sich Sprache und Musik hier ergänzten. Die Rezitation ließ die reine Poesie sprechen, die Vertonung öffnete den emotionalen Resonanzraum. Das Publikum im restlos gefüllten Café Arte nahm diese Mischung mit großer Aufmerksamkeit und gleichsam Berührtheit auf. Das „Chanson von der Fremde", das die Erfahrung von Exil und Entwurzelung thematisierte, zeigte , wie aktuell Kalékos Texte noch immer sind. Die Ovationen am Schluss waren mehr als verdient. Sie galten nicht nur den beiden Musikerinnen, sondern auch der Dichterin, die durch sie noch einmal lebendig geworden war. An diesem Sonntagmorgen in Havixbeck konnte man erleben, was das bedeutet: Nähe zu den Texten, Nähe zum Publikum, Nähe zu einer Dichterin, die auch heute noch viel zu sagen hat.
Axel Engels (Westfälische Nachrichten vom 26.08.2025)